Volle Auftragsbücher für deutsche PV-Maschinenbauer

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Die Solarindustrie in Asien hat im 1. Quartal dieses Jahres kräftig in neue Produktionskapazitäten sowohl der kristallinen Zellen als auch der Dünnschichttechnologie investiert. Davon profitierten auch die Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland.

Die Umsätze im zweiten Quartal stiegen laut VDMA gegenüber dem ersten Quartal 2017 um 51 Prozent. Die Auftragsbücher der Solarequipment-Hersteller sind gut gefüllt, im zweiten Quartal 2017 wurde ein Verhältnis von Bestellungen zu ausgelieferten Anlagen („Book-to-Bill“) von 1,3 erreicht.

„Die hohe Investitionstätigkeit der Solarzellenhersteller in den Ausbau bestehender und neuer Produktionskapazitäten hält an, die Produktion ist ausgelastet. Jedoch wirken sich die niedrigen Preise negativ auf die Umsätze aus. Neue Aufträge kamen verstärkt für PERC und Black Silicon Anlagen im kristallinen Silizium sowie aus dem Dünnschichtbereich. Die vollen Auftragsbücher sind ein klares Zeichen, dass man global weiterhin und ungebremst auf Technologie und Maschinen Made in Germany setzt. Dies sichert Arbeitsplätze in der Solarindustrie in Deutschland“, erklärte Dr. Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Die Exportquote deutscher Photovoltaik-Zulieferer erreichte zwischen April und Juli den Rekordwert von 97 Prozent. Das Kerngeschäft wurde nach wie vor in Ostasien gemacht. Der von dort stammende Anteil am Gesamtumsatz belief sich im zweiten Quartal 2017 auf 72 Prozent. Der Asien-Umsatz teilte sich wie folgt auf: der größte Teil wurde mit China (53 Prozent) gemacht, gefolgt von Taiwan (4 Prozent) sowie Japan, Korea und Indien mit je 1 Prozent. Der Rest der Asiatischen Länder, zu denen auch Malaysia und Vietnam zählen, konnte 12 Prozent verbuchen.

Amerika blieb mit einem Umsatzanteil von 12 Prozent hinter Asien an zweiter Stelle, während Europa 11 Prozent der Umsätze verbuchte. Deutschland kam nur auf 5 Prozent der Umsätze.

Umsatzstärkstes Segment im zweiten Quartal 2017 war für den deutschen Photovoltaik-Maschinenbau abermals das Produktionsequipment für die Zelle (59 Prozent), gefolgt von Produktionslösungen für die Dünnschicht-Photovoltaik (24 Prozent).

Obwohl auf dem Weltmarkt die Produktion von Modulen auf Dünnschichttechnologie, zu denen die CIGS-Technologie (Copper-Indium-Gallium-Selenide) und CdTe-Technologie (Cadmiumtellurid) gehören, weniger als 10 Prozent betragen, zeigt der hohe Anteil, dass speziell in diesem Segment viele Produktionslösungen aus Deutschland bezogen werden. Anlagen zur Poly-Silizium-, Ingot- und Wafer Fertigung waren nur mit 10 Prozent und Equipment für das kristalline Backend – die Modulproduktion – mit 7 Prozent am Umsatz beteiligt.

Der Auftragseingang hat im zweiten Quartal 2017 gegenüber dem sehr guten ersten Quartal

wieder nachgelassen (um 54 Prozent). Die regionale Zuordnung hatte wieder einen Asienschwerpunkt mit 76 Prozent aller Bestellungen, gefolgt von Amerika mit 13 Prozent, Europa mit 9 Prozent und Deutschland mit 2 Prozent. „Der extrem hohe Auftragseingang im ersten Quartal hinterlässt dicke Auftragsbücher, die in den nächsten Monaten abgearbeitet werden. Der hohe Anteil gerade auch für Equipment zur Herstellung von Dünnschicht-Modulen zeigt, dass deutsches Produktionsequipment gefragt ist“, erläuterte Dr. Jutta Trube, Geschäftsführerin VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Die Auftragsreichweite der Photovoltaik-Maschinenbauer erreichte im zweiten Quartal 6,4 Produktionsmonate und liegt damit etwas über dem Wert des Gesamt-Maschinenbaus (5,9 Monate im April 2017).

15.9.2017 | Quelle: VDMA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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